Freude über viele Tiergeburten

Neue Tierarten bereichern den Zoo

Das Zooparkjahr hat wie immer mit einer Flut von Lämmchen, Zicklein und Kälbchen sowie Fohlen begonnen. Nachwuchs hat sich inzwischen nicht nur bei den Kamelen, Bulgarenziegen, Ouessantschafen und Zwergziegen eingestellt. Auch bei den Bisons und Yaks springen Kälbchen umher. Bei den Bisons sind es gleich zwei Kuhkälber. Da letztes Jahr der Bulle getauscht wurde, können beide Jungtiere im Zoopark verbleiben. Sie sind nicht mit dem neuen Bisonbullen verwandt. Für die Yaks gibt es Interessenten aus vielen deutschen Zoos. Somit gibt es schon vor der Geburt einen guten Platz für die Jungtiere. Auch bei den Flamingos hat sich Nachwuchs eingestellt. Bis Ende Mai schlüpften fünf Küken.

Um Platz für neue Geschwisterchen zu machen, zieht bald das letztjährige Zebra­stutfohlen nach Hamburg, die junge Rappenantilope wird nach Belgien reisen. Denn auf der Afrikasavanne wird bald wieder mit Nachwuchs gerechnet. Der geschützte Landschaftsteil des Zooparks erfährt seit diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit. Die Beweidung zum Erhalt der Kulturlandschaft hat begonnen. Büsche und Pionierbäume begannen die Fläche zu überwachsen. Nach Absprache mit dem Naturschutzamt, haben nun Esel und Bulgarenziegen die Mäharbeiten begonnen. Neu im Zoopark sind die Thüringer Waldziegen und bald auch Rhönschafe. Sie werden ebenfalls als Landschaftspfleger im geschützten Landschaftsteil dafür sorgen, dass die aufkommenden Büsche abgefressen werden.
In der Löwensavanne sind Fenneks, sogenannte Wüstenfüchse, eingezogen. Sie stammen aus sehr schlechter Haltung und wurden beschlagnahmt. Sie leben neben den Löffelhunden, und es wird versucht, ob beide Arten zusammengehalten werden können. Für Fenneks besteht ein Zuchtbuch. Das Zooparkteam hofft, dass das junge Fennekpaar nächstes Jahr für Nachwuchs sorgen wird.

Leider gab es nicht nur freudige Ereignisse im Zoopark. Das Aquarium am Nettelbeck­ufer musste für immer seine Pforten schließen. Die Wasseragamen legen zukünftig im Tierpark Bad Liebenstein, die Boa kommt in der Reptilienauffangstation Sontra unter. Die Landschildkröten ziehen in den Zoo­park, die Sumpfschildkröten kommen zu einem privaten Züchter. Die Lisztaffen bleiben in Thüringen: die Tirica-Erlebniswelt übernimmt sie. Die fast 2500 Fische gehen vorwiegend in den Zoo Leipzig, den Opelzoo nach Kronberg, in den Burgers Zoo in Arnhem und ins Troparium Hamburg. Das Nemobecken samt Bewohnern wird den Kindern und Jugendlichen im Hospiz Mitteldeutschland hoffentlich viel Freude bereiten. Kugelfisch und Hai bleiben zusammen. Sie erhalten ein neues Becken im Thüringer Nautiland in Sonneberg.

Zuwachs der etwas anderen Art, gab es bei den Elefanten. Elefantendame „Csami“ kam nach fast vier Jahren „Hochzeitsreise“ als Geschenk aus Sigean in Frankreich zurück. Leider war in Frankreich der stattliche Elefantenbulle gestorben und „Csami“ blieb alleine zurück. So freuen wir uns im Zoopark sehr über die Rückkehr unserer alten/neuen Elefantenkuh. „Csami“ hat sich gut in der neuen Anlage eingelebt und macht beim Training fleißig mit. Die neue Anlage kannte sie zwar nicht, aber die alte Dame „Safari“ und die Pfleger waren ihr natürlich gut im Gedächtnis geblieben. Aber auch mit der jungen Kuh „Chupa“ versteht sie sich auf Anhieb gut. So hat Erfurt nun vier Elefanten auf der riesigen neuen Anlage „Dornbuschsavanne“ und die kleine Elefantenherde wächst. 

Dr. Heike Maisch
Kuratorin, Thüringer Zoopark Erfurt