Tierzu- & Abgänge im Zoopark

Jahr für Jahr werden viele Tiere geboren. Exemplarisch werden deshalb nur einige bedeutendere Veränderungen im Tierbestand genannt. Um neue Zuchtgruppen zu bilden und „frisches Blut“ herein zu bringen, wurden bei vielen Tiergruppen Tiere ausgetauscht. So wurden die Kamel-Altstuten „Leila und Vanja“ abgegeben, da mit ihnen nicht mehr gezüchtet werden sollte. Dafür kamen drei junge Stuten zu uns: „Zari“ aus Warschau, „Sulaija“ aus Thüle und „Kaleesha“ aus Kaiserslautern. Sie sind auf dem Plateau zu sehen. Zur Blutauffrischung kamen auch sechs Afrikanische Zwergziegen aus dem Zoo Karlsruhe. Als Ersatz für die betagte Yakkuh „Sally“ kam eine junge Kuh aus Görlitz zu uns. Mehrere Jungnandus verstärken zukünftig das Bild in der Südamerika-Anlage. Als Vorbereitung für eine neue Zuchtgruppe wurden noch Allfarbloris in die Gruppe aufgenommen. Die Jungvögel werden ggf. 2017 zu brüten beginnen.

Da unser Bisonbulle „Lakota“ in die Jahre kam und seine Arthrose in der nasskalten Jahreszeit schlimmer wird, wurde er erlöst, bevor er zu leiden beginnt. Ein neuer fünfjähriger Zuchtbulle Thüringer Herkunft wird ab sofort für Bisonnachwuchs sorgen, unter anderem mit einer Tochter von „Lakota“. Zur Blutauffrischung zog Berberaffe „Danny“ nach Neustrelitz, von dort kam „Shorty“, der zukünftig neuer Affenchef auf dem Berberberg werden wird. Die Nashornkuh „Temba“ ging nach Dvur Kralove, da sie hier mit Nashornbulle „Dino“ nicht für Nachwuchs sorgen wollte. Dafür erhält der Zoopark in Kürze eine junge Nashornkuh aus Osnabrück, um endlich wieder Nashornkälber zu bekommen. Ohne die Rückendeckung von „Temba“ ist „Numbi“ nun ausgeprägt freundlich zu „Dino“. Hoffentlich wird auch sie bald wieder tragend sein. Eine der seltensten Schweinerassen der Welt, das Dänische Glöckchenschwein, ist auf dem Bauernhof eingezogen. Seit kurzem ist auch ein Deckeber im Zoopark aufgestallt, so dass 2017 hoffentlich viele kleine „Steckdosennasen“ zur Welt kommen werden. Bei den seltenen Haustierrassen kamen wieder Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziegen und Hinterwälder Rinder zu Welt. Unser letzter Eselnachwuchs lässt noch auf sich warten. Zwei niedliche Zwergeselfohlen springen dagegen schon auf der Koppel umher.

Verluste gab es leider auch zu verzeichnen. So wurden die letzten beiden Nilgiri-Languren außerhalb Indiens im Zoopark aus Altersgründen eingeschläfert. Die Anlage wird nun von Brillenlanguren bevölkert, die aus dem Zoo Wuppertal übernommen wurden. Ende November verstarb unerwartet, Hyänenmann Charlie. Er war erst im Juli in den Zoopark gekommen.

Tierabgaben:
Die zwei Jungshire-Pferde wurden an einen Shire-Züchter in Bayern verkauft. „Apollo“ wird eingeritten und eingefahren, Stute „Stella“ ist gedeckt und wird nächstes Frühjahr ihr erstes Fohlen haben. Beide Pferde sind in erfahrene Hände gegangen, die die Zeit haben, sie auszubilden und zu beschäftigen – was im Zoopark so nicht mehr möglich war. Da zwei ältere Reitponys verstarben, haben ehemalige Mitglieder der Pferde-AG darum gebeten, die beiden anderen betagten Reitponies – ihre langjährigen Pflegepferde – privat übernehmen zu dürfen. Auch beide Minishetties gingen in Privathand über. Sie leben nun im Offenstall bei der Betreuerin, die sie seit Jahrzehnten im Zoopark mitgepflegt hat. Dafür sind nun drei junge Minishetties aus Gera eingestellt. Aufgrund einer gesetzlichen Regelung konnte unser flugfähiger Kronenkranich nicht mehr in der Freianlage gehalten werden. Da der Bau einer Flugvoliere nicht möglich war, wurde der Vogel vermittelt. Ein neuer – dauerhaft flugunfähiger – Kronenkranich ist dafür im Zoopark auf der großen Freifläche eingezogen.

Zuchterfolge:
64 Jemenchamäleoneier wurden gelegt, der Nachwuchs ist noch im Elefantenhaus zu bewundern. Eine kleine Spaltenschildkröte ist geschlüpft und wächst munter heran. Die neu eingezogenen Gundis haben bereits mehrfach für Nachwuchs gesorgt. Unsere Lachenden Hänse vertragen sich nun so gut, dass sie 2016 zwei Bruten erfolgreich aufgezogen haben. Die ersten drei Hähne leben nun – jeweils mit Partnerin – im Vogelpark Irgenöd. Die zweite Brut ist noch bei den Eltern. Bei den bedrohten Arten gab es Nachwuchs unter anderem bei den Waldrappen und auch gleich beim neu im Zoopark eingetroffenen Balistar. Der Jungvogel lebt nun im Zoo Leipzig. Die Manteläffchen haben erfolgreich gezüchtet. Trotz Kaiserschnittgeburt im Frühjahr sind nun im Herbst gesunde Zwillinge geboren worden. Das neue Gänsegeierweibchen hat erfolgreich ein Ei ausgebrütet. Leider hat der Jungvogel nicht überlebt. Für 2017 hofft der Zoopark auf eine erfolgreiche Aufzucht. Auch bei den Steppenzebras, Rappenantilopen, Flamingos, Erdmännchen, Klippschliefern, Kängurus, Berberaffen, Yaks, Bisons, Zwergziegen, Ouessantschafen und vielen weiteren Tieren gab es 2016 Nachwuchs und wir hoffen auf eine erfolgreiche Zucht im Jahr 2017. 

Dr. Heike Maisch Kuratorin