Viele Neuzugänge im ersten Halbjahr im Zoopark

Neue Arten im Zoopark

Auf dem Bauernhof haben Thüringer Barthühner ein neues Zuhause erhalten. Dies wurde möglich, da eine Box im Stall fuchssicher umgebaut wurde. Dort können nun die Hühner nachts sicher untergebracht werden. Für die Beweidung des Geschützten Landschaftsteils sind nun zwei Exmoor-Ponys eingetroffen. Die Stuten sind noch auf dem Hof untergebracht und werden demnächst auf die Weiden entlassen. Die sechsköpfige Herde Minishetties sind die Stars für Schulklassen, Kitas oder die Zoo-AG, aber auch für die Familien mit Kindern.

Das alte Elefantenhaus, was zur Zwischennutzung geöffnet ist, beherbergt viele neue Arten, darunter Feuersalamander, Gelbbauchunke, Scheltopusiks, Maushamster und Würfelnattern. Die neue Frettchengruppe ist sehr beliebt bei den Besuchern.

 

Austausch zur Zucht

Langersehnt und nun eingetroffen: zwei neue Östliche Graue Riesenkängurus sind aus Israel zugereist. Darunter ein erwachsener Kängurubock, der bald für Nachwuchs sorgen wird. Die Tiere aus Israel sind mit den Blutlinien in Europa nicht verwandt, so dass der Zoopark mit dieser Blutauffrischung für das Europäische Zuchtbuch wertvolle Tiere beitragen kann. Bei den Brillenlanguren wurde Mausi gegen Freya getauscht. In Twycross wie in Erfurt lebten Vater und Tochter in einer Gruppe. Um beiden Weibchen eine Chance auf Nachwuchs zu geben, wurden nun die Töchter getauscht. Also: Daumen drücken, dass es bei den Languren dann zur Nachzucht kommt.

 

Nachwuchs bei Zooparktieren

Die „kleinen Wiederkäuer“ haben sich kräftig vermehrt – nicht nur auf dem Axmanns Hof. Lämmer bei den Rhön- und Ouessantschafen sowie Zicklein bei den Thüringer Waldziegen und den Bulgarenziegen springen munter umher. Im Juni haben nun auch noch die Afrikanischen Zwergziegen geworfen. Überall blökt es und man kann sich an den munteren Sprüngen der spielenden Jungtiere erfreuen.

Nachwuchs gibt es auch bei den Flamingos, Waldrapp und Loris. Auch unsere Kap-Borstenhörnchen haben sich nach langer Zeit mal wieder vermehrt. Bei den Berberaffen ist der erste Sprössling vom neuen Gruppenchef Shorty zur Welt gekommen. Nicht nur die Affen sind ganz verzückt vom Jungtier. Die Lachenden Hänse zeigen stolz ihre vierköpfige Kinderschar. Im neuen Elefantenhaus vermehren sich die Spaltenschildkröten, die Baumeidechsen und die Madagaskartaggeckos regelmäßig.

Gepardin Sima brachte am 9. Mai komplikationslos vier Gepardenkinder zur Welt. Es sind ein kleiner Kater und drei Kätzinnen. Die Jungtiere werden regelmäßig gewogen, letzte Gewichte waren zwischen 2,5 bis 2,8 kg. Die Entwicklung verläuft bisher sehr gut. Wie bei Geparden üblich versorgt Sima die Jungtiere allein. Vater Ghalib wurde schon weit vor der Geburt nicht mehr in ihrem Revier geduldet. Sima ist eine sehr vorsichtige Mutter, die sehr gut auf die Kleinen aufpasst und sie z. B. nachmittags zum Ruhen ins Gebüsch oder andere Versteckplätze führt. Die besten Möglichkeiten, die Kleinen derzeit zu sehen sind am späten Vormittag. Noch sind die Spielphasen kurz und die Jungtiere schlafen sehr viel. Mit zunehmendem Alter werden sie länger aktiv sein, und damit auch besser in der Anlage zu sehen sein.

 

Abschied von Zooparktieren

Natürlich wird nicht nur geboren und gelebt im Zoopark. Auch der Tod alter oder kranker Tiere gehört zum Zoopark-Alltag. Mit Ribat, der Berberlöwin, hat der Zoopark eines seiner Charaktertiere verloren. Durch die Tötung im Rudel durch Kater Bagani blieb der an unheilbarem Nierenversagen erkrankten Ribat das Einschläfern erspart. Die am selben Tag eingetroffenen Testergebnisse zeigten massiv verschlechterte Nierenwerte. Aufgrund des Befundes hätte man Ribat am selben Tag noch euthanasiert, da mit dem Befund klar war, dass es keine Heilung geben kann.

Ohne vorherige Anzeichen ist auch Löwe Bagani völlig unerwartet verstorben. Die Todesursache war bis zum Redaktionsschluss noch nicht geklärt. Die Mitarbeiter des Thüringer Zooparks sind über die Nachricht des plötzlichen Todes sehr bestürzt. Mit Bagani hoffte das gesamte Team des Zooparks auf eine eigene Löwenzucht.

Der Jungkamelhengst vom Vorjahr ist in den Tierpark Görlitz umgezogen. Und 13 Präriehunde wurden an den Dierenpark Amersfoort in den Niederlanden abgegeben. Grüne Baumeidechsen von uns leben nun im Zoo Neunkirchen und bald im Zoo Magdeburg. Unsere Zebrastuten vom Vorjahr werden im Juli gemeinsam die Reise nach Wien-Schönbrunn antreten.

Um unseren beiden Aras Betty und Amadeus die Möglichkeit zu geben, auch weiterhin Jungvögel aufzuziehen – was bei uns im Zoopark aus Platzmangel nicht geht – wurden die beiden an einen Papageienzüchter und -liebhaber in professionelle Hände abgegeben. Die vier Jungvögel von ihnen bleiben erst mal im Zoopark.

Dr. Heike Maisch, Kuratorin